Evolve Carbon AT

Evolve Carbon AT Review

Besser geht nicht: das Evolve Carbon ist ein Racer & Cruiser erster Güte. Schnell, ausdauernd, stylish. Teuer ist es auch, aber leider geil.

Evolve Carbon AT Review

Mit dem Bustin Pintail bin ich schon einige Zeit unterwegs und sehr zufrieden. Nun gesellt sich das Carbon dazu, das Topmodell bei Evolve mit integriertem, kaum sichtbarem Akku, 35 km/h Topspeed und bis zu 40 km Reichweite. Wie alle eBoards bei  Evolve kann auch das Carbon zur Street oder AT Version umgebaut werden, was auch ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber allen anderen Elektro-Longboard Anbietern darstellt. Ich bin ein „Geländefan“: ich möchte da fahren, wo andere ihr Longboard in die Hand nehmen müssen und berichte hier über meine Erfahrungen mit dem Evolve Carbon AT.

Verarbeitung & Design

Zur Verarbeitung muss ich eigentlich nix sagen: die ist hochwertig, absolut topp. Zum Design auch nicht, es ist schlicht aber edel und stimmig. Willst du hierzu mehr erfahren, schau dir die Detailfotos an, frag mich oder schau dir die vielen YouTube  Videos an oder weitere Reviews im Netz.

Namensgebend ist beim Carbon das Deck aus Kohlefaser und Carbon Verbundmaterial, das im Unterschied zum Bustin Pintail deutlich länger ausfällt. Auch der Achsabstand (die Wheelbase) ist grösser. Durch das lange Deck bietet das Carbon angenehmen Flex und breiten, sicheren Stand. Der weite Achsabstand sorgt für guten Flow, weniger Zappeligkeit bei höherem Tempo und eigentlich trägeres einlenken. Agilität kriegt das Board aber durch die wendigen dropthrough montierten Sidewinder Achsen. Auf normal breiten Strassen wenden? Sich in S-Kurven durch Parks schlängeln? Mit den richtigen Einstellungen und etwas  Übung kein Problem. Übrigens gilt das bergauf wie bergab. Kurze, eher steile Steigungen wie etwa im Parkhaus von Etage zu Etage fährst du mit dem Board locker. Auf meiner „Referenzstrecke“ gibts zB auch eine längere, kontinuierliche Steigung (etwa 1 km lang). Mit dem Bike bin ich da schneckenlahm, die Oberschenkel brennen und der Schweiß bricht aus.  Auf dem Carbon cruise ich in mittlerem Tempo rauf und geniesse die Aussicht ,-)

Fahrgefühl

Je weicher du den unteren, achsnahen Dämpfer (Bushing) einstellst, desto leichter und mehr lenkt das Board ein. Willst du etwas mehr Stabilität beim geradeaus fahren, stellst du den oberen, decknahen Dämpfer härter ein. Ich wiege rund 80 kg und bei mir war die Voreinstellung des gelieferten Carbon AT für meinen Geschmack einen ticken zu weich. Doch dann stellst du dich drauf und es stellt sich sofort ein astreines Asphaltsurfer Feeling ein. Stabiler Geradeauslauf auch bei etwas mehr Speed. Super Cruising- und Surf-Feeling, ganz gleich ob du kleine, schnelle carves machst – oder breite Schwünge und dich mit deinem Körper richtig reinlegst.

In Summe bin ich mit Fahrgefühl & Board-Kontrolle sehr zufrieden. Mit den großen Reifen der AT-Version ist das Brett zwar deutlich höher und tendentiell wackeliger. In unebenem Gelände kein Nachteil. Du musst eh vorsichtiger fahren und ausgleichen, wenn du im wahrsten Sinne des Wortes über Stock & Stein fährst.

Interessant ist da aber auch das Gefühl auf glatten Straßen: Durch die großen Reifen fragt man sich anfangs, wieviel Grip(gefühl) sich mit den AT-Reifen wohl einstellen mag? … Ein ziemlich gutes.  Im richtigen Speed & Flow fühlst du dich absolut sicher und hast prima Grip für kontrollierte Carves. Der Geradeauslauf ist bei mir so bis etwa 23-25 km/h stabil, darüber hinaus merkst dann schon, dass das Brett unruhiger wird. Gehst du dann ins carven über, hast du sofort wieder die Kontrolle. Temporär fahr ich auch mit dem Carbon AT mal zwischen 28-31 km/h. Es geht noch etwas schneller, den Gastrigger habe ich bislang noch nie voll durchgedrückt. Wozu auch? Der Flow & Spaß sind für mich entscheidend und nicht der (Top)Speed.

Kritik in Details

  1. Werkzeug zum einstellen oder zum Austausch von Rollen, Achsen etc liefert Evolve mit. Hier muss ich dennoch sagen, dass ich mir bei dem Preis für das Board passenderes Werkzeug wünsche. Mit dem Standard T-Werkzeug kannst du nicht die Bottom-Bushings einstellen. Hier hilft nur ein Maulschlüssel oder ähnliches, um bequem die Kingpin-Mutter / den Cup-Washer nach Bedarf zu lösen oder anzuziehen.
  2. Und wenn du mal den Riemen säubern oder wechseln musst und dazu die Motorschrauben lösen, ist das etwas fummelig. Das geht mit einem längeren Imbus-Werkzeug deutlich komfortabler. Eventuell hilft eine andere Position der Schrauben oder vlt. ließe sich die Motorabdeckung auch per Magnet oder Klip-Mechanismus zuverlässig anbringen oder so. Also Bitte an Evolve: Wenn schon, dann wirklich passendes Werkzeug beilegen. Das Board ist oberste Liga – das will man doch auch richtig warten und pflegen, um lange Freude damit zu haben.
  3. Klar, dass du das Brett nur fahren willst und nicht herumtragen. Dennoch wirst du´s ab und an mal tragen müssen. Zum Beispiel, wenn du wie ich in die Bahn steigst, um außerhalb der Stadt neue Trails zu erkunden. Treppen rauf & runter, Bahnsteige lang, … da kommst du schon mal auf längere Wege. Mit rund 10 Kilo ist das Board im Grunde so leicht wie ein gutes Fahrrad. Das Board ist aber kompakter und die Last nicht gleichmäßig verteilt. Du musst es unterm Arm immer im letzten Drittel tragen (etwa ne handbreit vom Ladeelektronik-Block) und das Carbon ist sehr glatt. Also musst du schon fest zupacken und das Gewicht merkst du dann schon ordentlich. Lange magst du das so nicht schleppen, es sei denn, du willst ne extra Bodybuilding-Stunde einlegen.  Wenn´s mir zu anstrendend wird, mach ich es anders und rolle das Board wie einen Trolley hinter mir her. Dazu kannst du das Brett prima am Motorblock packen und – auf den Vorderrädern rollend – hinter dir herziehen.  Allerdings kann der Motorblock ordentlich warm werden, manchmal fast schon heiss. Also aufpassen!
    Mit Longboard-Handschuhen kannst du das Carbon gut tragen und hinter dir herziehen. Und das bringt mich zu einem weiteren, kleinen Kritikpunkt:
  4. (Longboard)-Handschuhe trage ich gerne zum Schutz. Nicht nur, falls du mal nen unsanften Abgang machst, sondern schlichtweg auch, damit die Finger bei nassem oder kälterem Wetter warm bleiben. Blöd ist nur, der handliche Controller ist dafür nicht gemacht. Mit Handschuhen kriegst du die Knöpfe an/aus und Speed-Modus nicht gedrückt – und dir fehlt das Feeling für den Trigger zum gasgeben und bremsen, der wirklich sensibel zu benutzen ist. Meine Anregung für künftige Verbesserungen: Größere Knöpfe mit klarerem Druckpunkt. Und vielleicht einen Ersatz-Trigger oder irgendwas zum draufklippen, damit auch ein Handschuhfinger passt.

 

Langbrettern Fazit:

1.729 Euro (Stand Sept 2015) sind kein Pappenstiel. Als Gegenwert gibt´s das Topmodell Evolve Carbon AT das in Punkto Design, Verarbeitung, Materialien, Leistung und Handling einzigartig (geil) ist. Im Gelände wie auf der Straße ist das Board absolut souverän unterwegs. Eine super Option ist dazu der jederzeitige Umbau auf die Street-Version, die gar Reichweiten bis 40 km erzielt. Das gibt es bei keinem anderen Anbieter! Wenn du also nicht nur was gutes, sondern das Beste willst, greif zum Carbon.

Eckdaten Evolve Carbon All-Terrain

erhältlich in Deutschland seit:    09.2015
Preis:  rund 1.730 Euro (Stand 09.2015)
Garantie:  2 Jahre
Ausführung:  Carbon Deck mit integriertem Lithium Akku
Reichweite:  25 Kilometer
Gewicht:  ca 10,5 kg
Höchstgeschwindigkeit:   35km/h
Ausstattung:  MBS Roadie Felgen und Luftreifen
inkl. Fernbedienung, Ladegerät, Bedienungsanleitung

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